Historik aus der Ortschronik von Woffleben
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veröffentlicht / aktualisiert
- 1500 - 1750 - F R Ü H E N E U Z E I T 02.02.2010 19.09.2010
- Biergeschichte 14.05.2010
Hinweis zu der farblichen Markierung im Text:
- zeitliche Weltgeschichte
- Begriffserklärung im Lexikon
- interessante Textstelle
1500 – 1750 Leben zu Zeiten von Grafen und Königen
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1506 gehörte Waffeleuben (Woffleben) zum katholischen geistlichen Banne Mainz, Archidiakonat Jechaburg, Sedes
Berga superior und damit zum Dekanat Obergebra
- 1517 Thesenanschlag Luthers
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1525 predigte Martin Luther während der aufständigen Bauernbewegung in Nordhausen vor Bauern aus dem Umland (auch Woffleben) in der
Georgskapelle von Nordhausen
- 1525 - am 15. Mai wurden die Thüringer Bauern in der Schlacht bei Bad Frankenhausen blutig niedergeschlagen (ihr Anführer Thomas Müntzer wurde in Mühlhausen enthauptet) – der Deutsche Bauernkrieg (Details nachzulesen bei z.B. wikipedia) hat etwa 100.000 Bauern das Leben gekostet
- 1526 wurde erstmalig das berühmte Broihan-Bier auf dem Rittergut zu Waffeleuben (Woffleben) durch den Hannoverschen Braumeister „Broihan“ hergestellt
- 1541 tauschte Abt Bernhard seine Mühle in Salza bei Nordhausen mit Graf Ernst von Hohnstein gegen einen Jahreszins von 3 Marktscheffel Roggen aus dem gräflichen Vorwerk zu Woffleben (Waffeleuben)
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1550 Graf Ernst von Hohnstein beurkundete, dass Hilmar von Wernrode aus
seinem Rittergut zu Waffeleuben (Woffleben) 2 Marktscheffel Roggen an Adam Topf aus Ellrich für 50 Gulden verkauft
hat
- 1550 Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgung
- 1565 beurkundete Gräfin Margarete von Hohnstein (geb. von Barby), dass Dietrich Gansen als Vormund der Söhne von Ullrich Knauth die Mühle zu Waffeleuben (Woffleben) für 300 Taler an sie verkauft hat
- 1571 beurkundete Graf Volkmar Wolf von Hohnstein, dass Catharina, Witwe Wilhelms von Wulferode, jährlich 30 Gulden am Michaelistag vom Müller aus Waffeleuben (Woffleben) erhält
- 1593 wechselten nach dem Untergang der Hohnsteiner Grafen bis zum Westfälischen Frieden 1648 ständig die Besitzer der Grafschaft – Woffleben (seit damals in dieser Schreibweise!) wurde mit Hörningen für 1000 Rheinische Gulden an Otto Heinrich von Bodenhausen verpfändet
- 1599 wurden sämtliche wehrfähige Männer der Grafschaft erfasst – für Woffleben waren das 30 Personen
- 1600 (ungefähre Angabe) besaß Bernd von Adelepsen Dorf und Rittergut Woffleben und war gleichzeitig Amtsmann und „beherrschte“ das Dorf
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1610 war Wilhelm von Oppershausen bis 1648 Pfandinhaber des Dorfes, des Ritterguts und des Zolls von Woffleben
- 1618 – 1648 - am 24. Oktober endete der Dreißigjährige Krieg mit 3-4 Mio Toten – hier ging es um die Vorherrschaft in Europa, wobei die Verbündeten Deutsche Nation mit Österreich und Spanien gegen Frankreich, Niederlande, Dänemark und Schweden in den Krieg zogen
- 1622 war ein großes Hochwasser
- 1625 wurden auch in Woffleben in der Zeit des 30-jährigen Krieges Soldaten einquartiert – die Truppen hausten schrecklich und Leid und Armut blieben zurück
- 1636 wurde die Grafschaft durch braunschweigische Soldaten besetzt – in Woffleben lagen Teile der Kompanie des Rittmeister Miche
- 1648 beendete der Westfälische Friede den 30-jährigen Krieg und die Grafschaft Hohnstein wurde an den Staat Brandenburg-Preußen übereignet; 1650 wurde sie vom Kurfürsten dem Grafen von Sayn-Wittgenstein überlassen, dessen Söhne das Land hoch verschuldeten
- 1665 verpfändeten die Söhne des Grafen von Sayn-Wittgenstein Münchenlohra für 12.000 Taler an Bodo von Gladebeck; dieser bekam bei der Rückgabe nur 11.000 Taler zurück und für den Wert von 1000 Taler die Güter Nohra und Woffleben dazu
- 1676 begann das Woffleber Kirchenbuch
- 1678 ließ Lehrer Lorenz Körffer auf dem Kirchhof eine Schule bauen
- 1681 - am 13.02. erstach Heinrich Faulenborn (ehem. Ackergut Nr. 6) im Streit Hans Andreas Hüllenhagen (ehem. Ackergut Nr. 5) mit der Mistgabel und flüchtete. Beide Häuser brannten später nieder und wurden wieder aufgebaut – Täter und Brandstifter wurden nie gefasst
- 1682 wurde Woffleben nicht von der Pest heimgesucht; im Viehbestand ging Zungenkrebs um, die Giftblasen auf der Zunge wurden mit einer Silbernadel aufgestochen
- 1683 ließ Kammerrätin von Gladebeck, geb. Münchhausen, auf dem Amthof das Herrenhaus bauen (fertig 1686) – aus dieser Zeit stammt auch das Wappen am Gebäude
- 1684 wurde der Lehrer Valentin Andreas Weise in Woffleben auf dem Galgenberg (Richtung Gudersleben) mit dem Schwert hingerichtet
- 1690 (ca.) - die mit Kutschen befahrene Poststrecke Ellrich – Nordhausen führt auch durch Woffleben
- 1694 – 1696 wurden wegen schlechter Ernten keine Erntedankfeste gefeiert
- 1696 erneuerte die Regierung zu Ellrich den Erlass, wonach jedes frischvermählte Ehepaar 12 fruchtbare Obstbäume und 12 wilde Bäume zu pflanzen hat
- 1699 - am 12.12. kam die Grafschaft Hohnstein wieder in die Hände des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg, inzwischen König Friedrich I. von Preußen – da er alle wittgensteiner Schulden übernahm und auch noch 120.000 Taler an Graf August von Gladebeck auszahlte, worauf dieser auf die Grafschaft Hohnstein verzichtete - die Grafschaft gehörte bis 1945 zu Preußen !!!
- 1700 (ca.) ließ die Kammerrätin von Gladebeck beim Zollhaus einen Gasthof bauen (Schenke, Gasthof "Zur Linde", ehem. Haus Nr. 27)
- 1702 wurde die zum Gut gehörende Schmiede (ehemals Haus Nr. 29) von Kammerrätin von Gladebeck für 150 Taler an die Gemeinde Woffleben verkauft
- 1715 verzichtete König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in einem Erbpachtvertrag auf alle Rechte in Nordhausen und gestattete auch nicht, dass Woffleber „Broihan-Bier“ in Nordhausen verkauft wird
- 1718 (ca.) ging nach dem Tod der Kammerrätin das Gut Woffleben in den Besitz vom Preußenkönig über und wird Königliche Domäne - und gehörte somit auch bis 1945 zu Preußen
- 1720 - am 02.12. richtete ein schwerer Sturm Schäden an Häusern und Gehölzen an
- 1722 besuchte König Friedrich Wilhelm I. von Preußen die Königliche Domäne Woffleben; er aß in der Scheune des Amtshauses, wonach diese dann Königsscheune genannt wurde
- 1729 – 1732 wurden harte Winter verzeichnet
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1732 stellte Woffleben für die nach Halberstadt ziehenden Salzburger
Emigranten Pferde und Wagen zur Verfügung
- 1740 bestieg Friedrich II. den Thron
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seine Huldigung im Amte Woffleben erfolgte am 05.08.1740 in Woffleben auf einer Wiese hinter der Schmiede; dort exzerzierten die Einwohner der zugehörigen Gemeinden Woffleben, Herreden, Hörningen, Gudersleben und Salza
- 1744 erschien im Januar ein Komet (am 29.11.1743 von Klinkenberg in Harlem entdeckt, wissenschaftliche Bezeichnung: C/1743X1) am Himmel, welcher 6 Wochen lang zu sehen war - größte Helligkeit war Anfang März
Quellen: Ortschronik, Geschichtsbücher, wikipedia, Buch: 15 Kometenflugblätter des 17. und 18. Jahrhunderts von J. Classen (Sternwarte Pulsnitz)
Broihan-Bier - Die Biergeschichte von Woffleben
Die Woffleber haben ihren Necknamen „Kannenleeter“ auch der Bierbrauerei zu verdanken.
>>> In der Chronik steht auf Seite 19: 1526 erstmalige Herstellung des berühmten Broihan-Bieres auf dem Rittergut zu Woffleben durch den hannoverschen Braumeister Broihan. <<<
Sicher ist - es wurde gebraut. Sicher aber nur nach seinem Rezept, oder war er Gast der hiesigen Ritterschaft und verkaufte sein erfundenes Rezept als Braurecht weiter? In seiner Biografie wird Cord Broyhan als berühmter Sohn Hannovers geehrt. Er legte dort 1526 den Grundstein zur Bildung der Brauergilde, die sogar eigene kupferne Broyhan-Taler prägen ließ.
Cord Broyhan wurde in Stöcken bei Hannover geboren und ging als Knecht nach Hamburg. Dort erlernte er die Braukunst und kehrte 1524 nach Hannover zurück. Nach mehreren Versuchen braute er am 31.05.1526 das erste mal nach seiner berühmten Rezeptur und dabei entstand ein helles obergäriges Bier. Dieses mittelalterliche Broyhan-Bier war noch urwüchsig und gilt als Vorgänger des Altbiers. Cord Broyhan starb 1570 kinderlos als berühmter Hannover Bürger.
Wie ging es in Woffleben weiter? Das Broihan-Bier wurde gebraut und auch bis nach Nordhausen verkauft. Doch 1715 wurde der Verkauf durch König Friedrich Wilhelm I. von Preußen der Verkauf in Nordhausen verboten. Als dann am 28.07.1814 der letzte Braumeister von Woffleben verstarb, wurde die Bierherstellung eingestellt.
Die Schreibweise des Namens Broihan / Broyhan hat hierbei keinen Einfluss auf die Geschichte, denn es gab nur einen „Bierbegründer“ in Hannover in dieser Zeit und das kann man nachlesen.
Quellen: gildebrau.de, homepage der Stadt Hannover
- veröffentlicht am: 02.02.2010
- aktualisiert am: 19.09.2010
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