Historik aus der Ortschronik von Woffleben
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veröffentlicht / aktualisiert
- 927 - 1500 - M I T T E L A L T E R 02.02.2010 28.02.2011
- Scharfenhagen - 1480 - ein Ort zieht um 30.03.2010 19.09.2010
Hinweis zu der farblichen Markierung im Text:
- zeitliche Weltgeschichte
- Begriffserklärung im Lexikon
- interessante Textstelle
927 – 1500 Mittelalter – ein Dorf entwickelt sich
- es gab ein Rittergeschlecht „von Woffleben“, die bei den Grafen von Hohnstein und der Stadt Nordhausen hoch angesehen und geachtet waren; sowie eine hohe Stellung hatten
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Auszug aus der Festansprache der Nordhäuser Oberbürgermeisterin Rinke am 14.05.2007: "Der Name „Nordhausen“
wird das erste Mal urkundlich erwähnt am 13. Mai 927, also heute genau vor 1080 Jahren. Das ist der Tag, an dem Heinrich I. sein „Eigengut“ in Nordhausen seiner Gemahlin Mathilde vermacht.
Als im Jahre 915 seine Tochter Gerberga in der Burg Nordhausen geboren wird, kann von einem Marktort oder gar einer Stadt noch nicht die Rede sein. 929 bekommt Mathilde dann auch noch
sämtliche Einkünfte, Insassen und Leibeigenen überlassen. So kann sie sofort ans Werk gehen, um sich ihren großen Wunsch, die Gründung eines Damenstiftes in unmittelbarer Nähe der Königspfalz
zu erfüllen"
- in dieser Zeit wurde die chinesische Mauer gebau
- 927 - am 13.05. schenkte König Heinrich I., mit Zustimmung von Sohn Otto, unter anderem den Zins in Wafilieba (Woffleben) im Zorge-Gau seiner Gemahlin Mathilde als Witwengut – das Dorf war Reichsgut der deutschen Kaiser und Könige
- 1096 – 1099 erster Kreuzzug
- 1103 ließen sich die Bürger von Wafeleibin (Woffleben) eine Kirche auf eigene Kosten erbauen und gaben 3 Hufe (~ 72 ha) Land zum Grundbesitz – Erzbischof Ruthard von Mainz weihte Kirche und Kirchhof und verlieh das Tauf- und Begräbnisrecht
- 1109 überließ Reinfried von Dietenborn dem Kloster Reinhardsbrunn (Hauskloster der Landgrafen von Thüringen bei Gotha) im Thüringer Wald ½ Hufe (~ 12 ha) Land von Wafeleibin (Woffleben)
- 1140 erhielt König Konrad III. das inzwischen zur Besitzung Obersachswerfen gehörige Wafeleiva (Woffleben) durch das Kloster Walkenried zurück
- im 13. Jahrhundert - die Inquisition verfolgt Hexen und Ketzer
- 1233 - am 27.01. beurkundete Erzbischof Siegfried von Mainz die Gründungserklärung eines Cictercienser-Nonnen-Kloster bei Nordhausen, an das Wafeleve (Woffleben) 14 Solidus (entsprach 285,6g Silber) zu zahlen hatte – das Kloster S. Nikolausberg befand sich bis 1294 in Bischoferode bei Woffleben und wurde dann wegen Kriegsunruhen und „wüster Einsamkeit“ (Klosterurkunde XVII und XVIII) nach Nordhausen-Altendorf in den Schutz der Stadtmauern verlegt
- 1247 - am 03.12. bestätigte Papst Innocenz IV. dem Kloster Ilfeld unter anderem Besitzungen (Äcker und Höfe) in Wafeleve (Woffleben) – nach einer Zinsrolle von 1305-1347 erhielt das Kloster an Jahreszinsen: 1 Marktscheffel Roggen, 25 Schillinge, 24 Denare (Silberpfennige) und 2 Michaelishühner
- 1288 - Konrad von Wafeleben (Woffleben) war bis 1292 Burgvogt auf Burg Hohnstein
- 1307 schenkten die Grafen Dietrich II. und seine Söhne sowie die Söhne seines verstorbenen Bruders Heinrich III. dem Kloster Ilfeld das Patronatsrecht der Pfarrkirche zu Wapheleybin (Woffleben)
- 1319 verkauften die Ministerialien Reinhard von Furra und sein Sohn Hermann dem Kloster Ilfeld ihr halbes Leutrecht zu Wafeleyben (Woffleben)
- 1320 verkaufte die Witwe Hugos von Fulda unter Zustimmung von Sohn Hugo ihr halbes Leutrecht zu Wafeleyben (Woffleben)
- Reinhard von Wafeleyben (Woffleben) war Kaplan der Grafen von Hohnstein auf deren Burg
- 1328 besaß das Dorf einen Teil des Waldes Kammerforst
- 1330 erhielt das Kloster Nordhausen-Altendorf von den Brüdern Dietrich und Konrad von Wafeleiben 7 Höfe in Wafeleiben (Woffleben) – Dietrichs Tochter Christine trat in dieses Kloster als Nonne ein
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1348/49 wütete in Europa die Pest und fordert ca. 15 Mio Tote
- 1356 Goldene Bulle – Regelung der Königswahl
- 1391 war Christianus von Wafeleiben (Woffleben) Kaplan an der Nordhäuser Nikolaikirche
- 1410 verhandelten Nordhäuser Bürger in Woffleben (Wafeleiben) mit dem Grafen von Hohnstein über die Errichtung eines bürgerlichen Gerichts an den Mauern der Stadt Nordhausen für Schlichtungen zwischen Stadt- und Landbevölkerung
- 1417 wurde der Fischteich zu Wafeleiben (Woffleben) von Graf Dietrich zu Hohnstein-Heringen dem Kloster Ilfeld geschenkt
- 1434 besaß Hans von Bula das Rittergut Wafeleiben (Woffleben)
- 1450 erfand Gutenberg den Buchdruck
- 1480 zogen die Bewohner von Scharfenhagen ( ein Dorf aus 11 Häusern einst NNW von Hörningen – unterhalb vom Hagenberg gelegen) nach Wafeleiben (Woffleben) – ihr Dorf wurde eine Wüstung
- 1492 entdeckte der Europäer Kolumbus den Kontinent Amerika; schon viel früher wurde er von anderen Volksstämmen besiedelt - z.B. den Wikkingern
Quellen: Ortschronik Woffleben, Geschichtsbücher, wikipedia
Scharfenhagen - verschollene Wüstung unterm Hagenberg
Ahnensuche:
Lag hier Scharfenhagen? – das Bild entstand unterhalb vom Hagenberg nahe der Kohnstein- schwinde.
In Scharfenhagen lebten im späten Mittelalter bescheidene Bauern. Im Schutz der umliegenden Berghänge wähnten sie sich sicher und es entwickelte sich ein Dorf unterhalb vom Hagenberg. Die von Bäumen bewachsenen Berghänge und die karstige Magerrasenflur waren sicher ideal zum Hüten der Tiere, lieferten Früchte und Pilze und ließen Feldwirtschaft zu. Eine Karstquelle wird es auch damals schon gegeben haben und somit war immer frisches Wasser vorhanden. So wird in der Woffleber Chronik erwähnt, dass 1480 dieses Dorf aus 11 Häusern besteht und nord-nord-westlich von Hörningen liegt.
>>Der Sage nach hat in der Feldmark Woffleben vor alten Zeiten, nahe beim Hohnstein, am sogenannten Hagelberge ein Dorf, Namens Scharfhagen gestanden, welches aus 11 Häusern und einer Schäfereigerechtigkeit von 300 Stück bestanden haben soll. Die Stelle, wo das Dorf gelegen hat, ist nunmehr zu Land umgewandelt; vor mehreren Jahren entstand auf einem dieser Acker gerade beim Pflügen ein plötzlicher Einsturz, das hineingestürzte Pferd musste herausgehoben werden, und man sah deutlich, dass ein gewölbter Keller eingestürzt war, welcher jedoch wieder zugeworfen wurde.<<
Doch die Bewohner gaben ihre Heimat auf und zogen nach Woffleben. Warum, das ist reine Theorie - Hungersnot durch schlechte Ernte, Verkarstungserscheinungen am Hagenberg mit Bildung von Erdfällen und viele andere Möglichkeiten könnten die Ursache für den Umzug der Einwohner sein.
>>Höchst wahrscheinlich ist dasselbe im Bauernkriege zerstört worden. – Wohl kaum, denn der Deutsche Bauernkrieg fand in dieser Region 1523 bis 1525 statt.<<
Noch heute erinnert der Totenweg von Woffleben nach Hörningen an die Siedlung, denn ihre Toten fanden vordem die letzte Ruhe auf dem Friedhof dort.
>>Dieses Dorf war nach „Hirningen eingepforrt“ und der dortige Schullehrer erhält bis jetzt noch jährlich 4 Scheffel Roggen von den Scharfhagener Ländern; auch wurden ihre Toten nach Hörningen begraben, und noch jetzt heißt der dahin führende Weg der Totenweg. Auf einem dicht, dabei liegenden Hügel soll ein Glockenhaus mit einer Glocke gestanden haben, und bis auf den heutigen Tag wird das Land über diesem Hügel „die Leuten" genannt. Die Scharfhagener Einw. hatten ihre eigene Feldmark u. Gerechtigkeiten, sie flüchteten aus ihrem zerstörten Dorfe nach Woffleben, und haben bis auf diese Zeit ihre Gerechtigkeiten noch erhalten. Daher kommt es, dass in Woffleben 11 Einw. sind, welche unter dem Namen „ Scharfhagener" sämtliche Ländereien, Holz und Wiesen, die ihre Urväter, als sie nach der Zerstörung ihre« Ortes nach Woffleben flüchteten, in Besitz hatten, noch jetzt besitzen. Sie bezahlen auch noch gegenwärtig alljährlich 44 Taler 1 Silbergroschen 7 Pfennig „Scharfhagener Landzins“ an das königliche Rentamt zu Nordhausen.<<
Wer heute eine Wüstung sucht, der wird vergeblich suchen, denn der Steinbruch "Hohe Schleife" am Westhang vom Hageberg hat die Umgebung verändert. Am gegenüber liegenden Hang befindet sich die Flur "Am Rosengarten". Vielleicht ist auch das ein Hinweis auf das Dörfchen Scharfenhagen. Und genauso könnte auch der Hagenberg für Scharfenhagen namensgebend gewesen sein. Wir werden es wohl nie erfahren, warum vor gut 500 Jahren ein ganzes Dorf die Heimat verließ.#
Quellen: Ortschronik Woffleben, >> Text << aus dem Buch: Ausführliche geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt – 1841 von C. A. Noback – Seite 362
Theorie und Idee von Annett Deistung, Woffleben.
- veröffentlicht am: 02.02.2010
- aktualisiert am: 28.02.2011
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