Historik aus der Ortschronik von Woffleben
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veröffentlicht / aktualisiert
- 450 v Chr. - 927 V O R Z E I T 20.10.2008 24.02.2010
- Vom Urknall zum Zorge-Au - eine Geschichte 29.03.2008
450 v.Chr. – 927 Wie alles begonnen hat
Archäologische Funde in der Nähe vom Bahnhof belegen, die Erstbesiedelung war schon in der vorrömischen Eisenzeit (450 v. Chr. – um Null). Somit kann man sagen, seit mindestens über 2300 Jahren nimmt der Mensch Einfluss auf das Gebiet der Zorge-Wieda-Aue.
Tipp: Die TLDA Weimar/Thüringen teilte mir mit, die Fundstücke kann man in Nordhausen im Museum Tabakspeicher besichtigen - nun habe ich sie dort am 07.02.2010 fotografiert.
Vom Urknall zum Zorge-Au
Die etwas andere Geschichte - Diese kleine Entstehungsgeschichte ist in den letzten Passagen mit einem Augenzwinkern zu betrachten!
Als vor 4.600 Mio Jahren der Planet Erde entstand war noch nicht abzusehen, wo der Weg hingehen sollte. Doch die Zeit erschuf eine Landschaft, in der wir heute wie in einem Geschichtsbuch lesen können.
Alles begann im Karbon vor 360 – 286 Mio Jahren als sich der Urkontinent Pangäa bildete. In diesem Erdzeitalter begannen sich Gebirge aufzufalten und es wuchsen Wälder aus Farnen, Schuppen- und Siegelbäumen sowie Schachtelhalmen mit einer Höhe bis zu 40 m aus denen die Steinkohlelager entstanden.
Im Perm vor 286 – 245 Mio Jahren wurde im Norden das flache sich absenkende Land vom Zechsteinmeer überspült. Das heutige Harzgebiet (und somit auch Woffleben) lag zu der Zeit an einer geographischen Breite, an der sich dieses tropische Meer befand. Hier lagerten sich Sand und Geröll an, das Zechsteinkonglomerat. Mit ansteigendem Meeresspiegel lagerte sich schwarzer Schlamm ab, aus dem sich der Kupferschiefer mit zahlreichen fossilen Einschlüssen entwickelte. Beim Rückgang des Meeres bildeten sich Kalke und durch das Verdunsten des Wassers wurden Salze am austrocknenden Meeresgrund abgelagert. Dieser Vorgang wiederholte sich in der Erdmittelzeit sehr häufig durch eine natürliche Barriere und schwankenden Meeresspiegel, wodurch immer wieder frische Sedimente abgelagert wurden. Daraus bildeten sich mächtige Dolomitschichten, Stein- und Kalisalz im Thüringer Becken sowie Gips und Anhydritlagerstätten im heutigen Zechsteingürtel.
Doch die Erde blieb weiter in ständiger Bewegung und so bildeten sich im Jura vor 208 – 144 Mio Jahren aus Pangäa die beiden Großkontinente: im Süden Gondwanaland und im Norden Laurasia. Es ist die Zeit der Giganten - Dinosaurier, Mammutbäume und auch erste Blühpflanzen eroberten den Planeten.
Durch stete Kontinentaldrift entstanden in der Kreidezeit vor 144 – 65 Mio Jahren die einzelnen Kontinente, wodurch sich feste Klimazonen bildeten. In dieser Erdneuzeit erfolgten starke Hebungen und Senkungen. Dabei wurde das Thüringer Becken abgesenkt und die Mittegebirge Harz, Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge angehoben. Mit dem Ende der Dinosaurier begann der Vormarsch der Säugetiere bis dann vor 5 Mio Jahren der Urmensch seine ersten Schritte tat.
Erst vor 2 Mio Jahren (im Pleistozän) entstanden die heutigen Kontinente Asien, Amerika, Australien, Europa, Afrika, Arktis und Antarktis. Klimawandel und Verschiebung der Erdachse begünstigten die Entstehung der heutigen Flora und Fauna. Den letzten „Schliff“ bekam die Landschaft dann durch die letzte Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren, die bis an den Harz vorschob und dessen Norden formte. Das Zeitalter des Pleistozän bestimmt noch heute das Bild der Erde. Das Harzvorland verändert sich immer noch durch Verwitterung, Auslaugung und Verkarstung. So entstanden auch der Kohnstein und der Himmelsberg- /Mühlbergzug. Und dazwischen schlängeln sich nun die Flüsse Zorge und Wieda und spülen die unlösbaren Kiesgesteine, Lehme und Flösse aus dem vergipsten Werraanhydrit. Und da sie das schon ein Paar Jährchen machen, lagerten sich über Jahrtausende fruchtbare Schichten im Tal ab.
Und so kam es, dass schon vor 2300 Jahren der Mensch auf diese Region aufmerksam wurde und sich hier ansiedelte. Es haben einst viele Bäume und Wiesen eine fruchtbare Landschaft gebildet und auch die Tierwelt konnte den Eisenzeitmenschen ernähren. Auch wenn vor über 1000 Jahren der Bergbau das Landschaftsbild im Harz verändert hat, siedelten immer mehr Menschen in dieser Region an. Das Schwemmland der Zorge bildet heute noch die Zorge-Au von Woffleben.
Und auch jetzt, in diesem Augenblick, ist die Erdkruste in Bewegung und wer kann schon sagen, was in der Zukunft geschieht. Das Klima ist im Wandel, vielleicht hebt sich der Meeresspiegel, vielleicht entsteht ein neuer Kontinent. Der Mensch kann den Lauf der Zeit nicht aufhalten, aber wir können unseren Planeten auf einem kleinen Stück Weg begleiten.
Es wird die Erde noch geben, wenn unser Zeitalter zu Ende ist!
Doch wir bleiben am Harz und wissen jetzt, dass hier wichtige Lagerstätten für die Industrielle Nutzung liegen. Zum Glück wird in der heutigen Zeit immer mehr auf die Natur als wirtschaftlichen Faktor gesetzt – Urlaub und Erholung in einer Zeit, die immer „schneller“ wird. In vielen geschützten Gebieten erholt sich nun nicht nur der Mensch vom Alltag, sondern auch die Natur vom Menschen. #
P.S. Der Harz – das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands ist älter noch als die deutschen Alpen!
Quellen: Geschichtsbücher und Internet
- veröffentlicht am: 29.03.2008
- aktualisiert am: 17.09.2010
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