BODEN- & NATURSCHÄTZE


Anhydrit + Wasser = Gips


Allgemeines


  • Der in Gipsgruben gewonnene Rohgips wird zu Gips verarbeitet.
  • seit mehr als 11.000 Jahren werden Gips, wasserhaltiges Calciumsulfat und Anhydrit im Bauwesen verwendet. - Zufallsentdeckung: Wahrscheinlich wurde damals Gipsgestein beim Bau einer Feuerstelle verwendet. Das Feuer entwässerte den Stein, der mürbe wurde und zerfiel. Durch Regen wurde daraus ein Brei und dieser erstarrte zu einer festen Masse. Damit war die Grundlage der Gipsproduktion – das Gipsbrennen – entdeckt
  • Gips kann als einziges Bindemittel ohne Zumischungen zu einem Endprodukt verarbeitet werden und wird auch als Füllstoff verwendet.
  • zu den 5 Baustoffhauptgruppen gehören: Gipsplatten, Baugips, Gips-Wandbauplatten, Fließestrich (Calciumsulfat) und Abbinderegler (Anhydrit und Gips)
  • weitere Anwendungsgebiete sind: Medizin, Zahntechnik, Pharmazie, Lebensmittelindustrie u.a. sowie die Verwendung als Modell- und Formgips in der Keramikindustrie
  • einst   als    Gipsverein   organisiert,   besteht  seit   2003  der   „Bundesverband   der  Gipsindustrie  e.V.“   – in  ihm sind  auch die  vor Ort tätigen  Fa Südharzer  Gipswerke GmbH,  Saint-Gobain Formula GmbH,       Knauf Gips KG
  • eine  zunehmende  Bedeutung erlangt  zur  Zeit REA-Gips, der  bei  der  Rauchgasentschwefelung  anfällt
  • er ist eine sehr gute Alternative zum Naturgips!
  • das Deutsche Gipsmuseum in Walkenried wird derzeit als umfassendes Museum zur Darstellung der Südharz-Gipskarstlandschaft und der deutschen Gipsindustrie aufgebaut

AUFGABEN der GIPS-INDUSTRIE

 

Abbau:

Im Vorfeld muss eine Genehmigung nach Immissionsschutz- und Bergrecht erfolgen. Der Abbau erfolgt schrittweise, sodass das Landschaftsbild „schonend“ verändert wird. Zuerst wird der Mutterboden und sonstiger Abraum über dem Gestein abgetragen. Die freigelegte Fläche wird durch schonende Sprengtechnik aufgebrochen. Das gelockerte Gestein wird verladen und ins Gipswerk gefahren.

 

Verarbeitung:

Dem Gipsgestein wird durch Brennen in verschiedenen Verfahren bei 130° - 165° C ein Teil des Kristallwassers entzogen. Das kann in Drehrohröfen, Kochern, Mahlbrennanlagen und Rostbandöfen geschehen. Die Feinheit wird durch Vermahlung vor oder nach dem Brennvorgang erzielt.

 

Renaturierung / Rekultivierung:

Nach dem Abbau wird die Fläche dem Geländeniveau angepasst. Die Fläche ist unbelastet (ohne Verunreinigung) und kann bei einer Renaturierung von der Natur zurückerobert werden. Es können somit auch neue Lebensräume für die in der Kulturlandschaft schwindende Artenvielfalt entstehen.

Die Auflagen in der Abbaugenehmigung regeln den „Abschluss“ des Gipsabbaus. Bei einer Rekultivierung muss das Gelände als Nutzfläche für Forst- oder Landwirtschaft hergerichtet werden. Dazu wird das Gelände so gestaltet, sodass auf dem Untergrund eine entsprechende Mutterbodenschicht aufgetragen werden kann. Danach kann eine Aufforstung erfolgen oder Ackerbau betrieben werden.

 

Quellen: gips.de, fnw-online.de, gipsmuseum.de


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