Anhydrit + Wasser = Gips


Der imposante Kohnstein

Blick vom Wanderweg nach Harzungen
Blick vom Wanderweg nach Harzungen

 

- der Betrieb gehört z.Z. der österreichischen Firma Webersberger Quarzolith Fertigputz GmbH

- die Hauptrechte am Abbaufeld besitzt die Firma Knauf KG

 

Der Kohnstein hatte früher eine massive Gestalt.

Mit kräftigen Bäumen bewachsen bot er alles, was Mensch und Natur brauchten

– Holz, Nahrung und Schutz. Schon im Perm vor 299 – 251 Mio. Jahren entstand

im Paläo-Tethys-Ozean die Grundlage für das Sulfat-Gestein – eine Lagune

oder ein flaches Vormeer bedeckte damals unsere Region.

 

Wandert man von Woffleben über den Bromberg nach

   Niedersachswerfen hat man diesen Blick auf das Abbaufeld am Kohnstein


Mit dem Bergbau im Mittelalter begann der Abbau von Gips, Alabaster, Marienglas und Anhydrit. Seit 1860 wurde das Gestein in Fabriken in Niedersachswerfen zu Mörtel und Bausteinen ver- arbeitet. Von 1917 - Mitte der 1930er Jahre baute das Ammoniakwerk Merseburg Sulfatgestein im Auftrag von BASF (Badische Anilin- & Soda-Fabrik) ab. 1922

wurde unterhalb des Gängerthales ein vorhandener Stollen als Lagerraum für Sprengstoff ausgebaut, aber 1930 wieder verschlossen. Nach 1930 gestattete die Preußisches Staats- forstverwaltung westl. des Tagebaus unterirdisch Bergbau zu betreiben. So entstanden

große unterirdische Kammer- und Stollensysteme, die per Werksbahn befahren wurden, sodass vor allem im Herbst und Winter trockenes reines Material gefördert werden konnte. (TA vom 22.05.2003)

Dann schlug die Werksleitung dem Reichswirtschaftsministerium vor, ein Gemeinschafts- unternehmen zu gründen. Somit wurden nach 1936 die Stollen für Kriegszwecke genutzt.

Die Folgen werden im Abschnitt II. Weltkrieg erklärt.

 

Industriegebiet am Kohnstein

Woffleben sollte wegen der Rüstungsindustrie ausgesiedelt werden und man plante für die Nachkriegszeit den Bau einer Entschwefelungsanlage unterhalb des Kohnsteinmassivs

 

–> dann wären der Ort und die Natur zerstört worden, aber der karstige Untergrund

bot zum Glück keine Standfestigkeit für Schwerindustrie. (TA vom 12.05.2003)


 Nach dem Krieg übernahm der VEB Leunawerke die Abbaufelder mit einer jährlichen Produktion von 2 Mio t Anhydrit. ( 60.000 t sind zu wenig, siehe >>Text!<< )

 

>> Hallo Frau Deistung, ich habe mir Ihre nette Internetseite über Woffleben angesehen. Eine unkorrekte Zahl ist mir allerdings dabei aufgefallen, die Sie ggf. korrigieren können: Unter dem Register "Anhydrit+Wassr=Gips" schreiben Sie, dass das Abbauvolumen des VEB LEUNA-WERKE, Gipswerk Niedersachswerfen, 60.000 Tonnen pro Jahr betrug. Das ist viel zu wenig! Tatsächlich wurden etwa 2 Millionen Tonnen pro Jahr abgebaut! Die entsprechende fehlerhafte Zahl wurde durch mich auch bereits bei Wikipedia zur Anzeige gebracht und ist inzwischen korrigiert worden.

Viele Grüße aus Nordhausen, Daniel Junker; am 24.06.2010 <<


 Die Wende 1989 brachte für viele Betriebe in Ostdeutschland das Aus. Auch das Leunawerk musste schließen und wurde abgewickelt. Die bayrische Firma Wildgruber Baustoffwerke erwarb den Betrieb nach der Wende 1992 über die Treuhandgesellschaft. Doch 2002 ging die Fa WICO mit der Produktion von Gipsfließestrich in Insolvenz, wohl auch weil der erworbene Berg und seine Rolle im II. Weltkrieg zu Konflikten führte.

Als die Fa Knauf Gips im Februar 2004 das Gipswerk übernahm, besaß sie auch 72 % der Anteile am Kohnstein-Steinbruch. Die anderen Anteilseigner sind somit von Knauf abhängig – der Abbau stagnierte. Knauf hielt sich eine Entscheidung zum Abbau stets offen. Die österreichische Firma Webersberger Quarzolith Fertigputz GmbH hat im Frühjahr 2009 die ausgeräumten Gebäude übernommen und will auch den Berg weiter abbauen. Bis dahin sollen aber erst mal die vorhan-denen Nutzgesteinhalden aufgearbeitet werden. Ziel ist eine Abbaumasse von 250.000 t Anhydrit für die Weiterverarbeitung in München!

  

Im Übrigen! Schon 2002 stand fest: das anfallende Material würde den ansässigen Gipsfirmen für 100 Jahre den Bedarf an Gips decken. Würde damit der Abbau in anderen noch wertvolleren und bisher nicht genehmigten Gipskarstgebieten gestoppt?

 

FAZIT:

Sind die Vorräte erschöpft, ist die Natur - wie bei uns - zerstört und Werksruinen verfallen. Dabei fallen Anhydrit und Gips auch in großen Mengen als industrielle Nebenprodukte als REA-Gips an.

 

Eine Führung im betroffenen Tagebau wäre eine gute Lösung im Umgang mit dem Thema Steinbruch – Karst – Rekultivierung – Erholungsgebiet.

 

Hinweis: Der Kohnstein gehört größtenteils zu Nordhausen, ein kleiner Teil im NO zu Niedersachswerfen und ein Stück im NW zu Woffleben.

 

Quellen:

Wikipedia, Mittelbau Dora, Thüringer Allgemeine 2002 bis 2004, Sammelmappe von Ellen Schmidt


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"Man muss nicht alles über Woffleben im Internet lesen können. Und Fotos vom Ort muss man auch nicht

unbedingt veröffentlichen. Die Mühe kannst du dir sparen!" wurde mir unverblümt von einem Woffleber gesagt. 

SCHADE wenn jemand so darüber denkt!

Die Zukunft gehört der digitalen Chronik und ich werde nicht aufhören alles

was ich über Woffleben erfahre oder selbst hier erlebt/gesehen habe zu veröffentlichen!

 

Es grüßt Annett Deistung aus Woffleben. 


Videos aus Woffleben

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    WandzeitungWoffleben



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