Geschichten & Gedichte

Weihnachten, Sylvester & Co von Annett Deistung


Zeichnung: Mick McDee & Annett De.
Zeichnung: Mick McDee & Annett De.

DER WEIHNACHTS – OSTERHASE

 

Als ich heut aus dem Fenster sah, da konnte ich nur lachen –

ein Osterhase saß im Schnee beim Osternester machen.

 

Ich sah ihm zu und merkte bald, man sollte ihm wohl helfen –

da kamen niedlich anzuschaun zwei kleine Weihnachtselfen.

 

Und lachend sagten sie zum Hasen: „Du bist beim falschen Fest!“

und legten ihm mit Glockenklang ´nen Weihnachtsmann ins Nest.

 

Da schaute Lempe ganz verdutzt und konnte es nicht fassen –

doch als er ging hat er aus Spaß ein Ei dort liegen lassen.

 

(Gedicht: Annett Deistung, Weihnachten 2007)


 

SYLVESTER BEIM KLEINEN SCHNEEMANN

 

In einem verschneiten Dorf

gab es Streit zwischen den spielenden Kindern. Da gerade sehr viel Schnee gefallen war, bauten die Mädchen und Jungs nun getrennt ihre Schneefiguren. Das Jahr ging zu Ende

und es kam die * * * S y l v e s t e r n a c h t * * *.

 

Der Sternenschauer der Raketen

viel auf den kleinen Schneemann der Jungs und dieser fing an, sich umzudrehen. Als er

nun so um sich sah, wünschte er sich nichts sehnlicheres als eine Schneefrau. Wie durch Zauberei fing er an zu hüpfen, schloss die Augen und fühlte sich auf einmal schwerelos -

* * er konnte fliegen * *. Er bewegte seine Arme, ergriff seinen Besen und flog davon. Es

war herrlich, überall blitzten, funkelten und knallten Sylvesterraketen. Sein Ritt auf dem Besen wurde immer rasanter, da passierte es. Bei einem riskanten Ausweichmanöver

verlor er das Gleichgewicht und raste in die Tiefe. Doch wo hatte es ihn hinverschlagen.

Ein wunderschöner großer Garten lag unter ihm. Und sein Flug wurde wieder langsamer.

 

Da sah er es – nein er sah sie. * * * Eine Schneefrau * * *

(die der Mädchen) und was für eine hübsche. Sie hatte keinen Besen und konnte darum

auch nicht fliegen. Doch sie trug einen roten Schal und ihm war, als wäre dieser wie ein

Herz um ihre Schultern gelegt. Langsam landete er zu ihren Füßen und mit einem ver-träumten aufwärts blickenden Wimpernschlag sagte sie: "Prosit Neujahr!" zu ihm. Es

wurde ihm ganz warm und vor Freude schmolz etwas Schnee im Gesicht zu Tränen, die

wie Perlen auf seinen Wangen liegen blieben.

 

Jetzt waren beider Träume erfüllt worden und bevor der * * Sylvesterzauber * * vorbei

war, fassten sie sich bei den Händen und sahen sich verliebt an. Am Neujahrsmorgen staunten die Dorfkinder nicht schlecht. Ihre Schneefiguren hatten zueinander gefunden.

Da lachten alle und liefen jauchzend und singend umher.

Ab jetzt bauten Mädchen und Jungs immer gemeinsam ihre Schneefiguren. Dieser Neujahrstag blieb allen noch lange in Erinnerung, aber einen fliegenden Schneemann

hat keiner je gesehen.

 

(Geschichte: Annett Deistung, Sylvester 2008)